Ein Licht umwandert Baumstämme entlang einer hexagonalen Form. Die Rinde von vier Nadelbäumen wird in wiederkehrenden Rhythmen in Licht und Schatten getaucht. Die an einer Lichtung gelegene Baumgruppe grenzt an einen dichten Laub-Mischwald. Der einzelne Baume ist ein faszinierendes Lebewesen mit individuellem Wirkkreis der in der Gruppe agiert und mit anderen kommuniziert. Wie alle Lebewesen unterliegt auch die Baumgruppe zeitlichen Faktoren, natürliche ineinandergreifende Zyklen wie dem Wechsel zwischen Tag und Nacht, dem Mondverlauf oder Jahreszeiten prägen das Verhalten und haben Einfluss auf das Erscheinungsbild. 

Durch die mathematischen Eigenschaften von sich grundsätzlich wiederholenden Formen im großen und kleinen, fühlt sich der Mensch in der Natur besonders wohl. Seine Blicke verweilen kürzer, die Aufmerksamkeit schweift ohne das Verhaften auf Kleinigkeiten von einem Punkt zum nächsten. Das Hexagon auf dem das Licht um eine Rotationsache entlang einer Gyralbewegung wandert, erinnert an Zellstrukturen die unter dem Mikroskop zu finden sein könnten. Die hexagonale Geometrie hebt sich von der fraktalen Wald-Szenerie ab und verweist auf eine höhere energetische Wahrnehmungsebene außerhalb der materiellen Konstruktion. 

Bilder:  Carsten Stepp (Titelbild), Joachim Heinrich, Isabelle Kirsch, 2022