- Fundgrube
- 2026
- Leuchtmittel, Glasfaser, Epoxidharz, Leinöl, Sisal, Beton, Pflanzenblätter // 10 Objekte à ca 30 x 30 x 30 cm
- Installationsansicht: Kunstraum Westpfalz, unterirdisch:LICHT!, 2026
In der Installation Fundgrube versammelt Isabelle Kirsch mehrere Quader, von denen einige von innen heraus leuchten, während andere dunkel bleiben. Im historischen Kellergewölbe bilden sie ein Ensemble ruhender Volumen, deren Präsenz an ein Archiv aus Gegenständen und Erinnerungen denken lässt. Die Quader bestehen aus Biokunststoffen sowie Verbundmaterialien wie Harz und Beton. In die Oberflächen der selbstleuchtenden Elemente sind Pflanzenblätter eingelassen, die im Gegenlicht sichtbar werden. Ihre Silhouetten wirken wie konservierte Spuren organischen Lebens.
Die Form der Quader entsteht aus gesammelten Alltagsgegenständen – etwa Schmuck, Flaschen, Schuhen oder Spielzeug –, die zu kompakten Körpern verdichtet und in Material gefasst wurden. So werden Dinge, die einst Teil individueller Lebenszusammenhänge waren, zu verdichteten Zeitzeugen und erscheinen als sedimentierte Spuren von Gebrauch, Besitz und Verlust.
Der ehemalige Brau- und Eiskeller, der später auch als Luftschutzbunker während des Zweiten Weltkriegs genutzt wurde, ist selbst ein Ort der Speicherung und Überlagerung von Zeit. Die in den Raum eingebrachten Quader greifen diesen Aspekt auf. Als ordnende Form bündeln sie Fragmente und überführen sie in ein stilles, räumliches Archiv. So wird Alltägliches – verdichtet im Material – als gespeicherte Zeit erfahrbar.
Fotos: Isabelle Kirsch, 2026







